Instagram und die Sexualisierung unserer Gesellschaft

Oder: Warum zeigt diese Generation so gern ihren Arsch auf Social Media?

Sorry für diese klaren Worte ihr Lieben, aber es ist einfach besorgniserregend, was heutzutage abgeht. Junge Mädels (oft U18) räkeln sich im Bikini vor der Kamera und alle finden`s normal. Aber was steckt wirklich dahinter? Warum empfinden so viele Frauen (und auch der ein oder andere junge Mann) das Bedürfnis sich vor der Welt zu entblößen? Instagram und die Sexualisierung unserer Gesellschaft…

Und noch ein Selfie

Vor ein paar Wochen war ich mit ein paar Mädels aus der Nachbarschaft on Tour (alle zwischen Anfang und Mitte zwanzig) und was ich zu sehen bekam, gewann mir nicht nur das ein oder andere Schmunzeln sondern auch das ein oder andere Kopfschütteln ab.  Die Ladies schienen sich mehr mit ihren Handys zu befassen als mit ihren Freundinnen.

UND NOCH EIN SELFIE! Und wieder ein spitzer Mund und zusammengedrückte Brüste für die Kamera… „Also mal ganz ehrlich: Was soll der Quatsch?“ rutschte es mir raus. „Warum genießt ihr nicht einfach die Party? Warum ist denn jetzt in diesem Moment Instagram wichtiger als Trinken und Tanzen? Und überhaupt – warum muss denn immer der Ausschnitt oder der Hintern im Vordergrund stehen?“. Alles mit einem Augenzwinkern natürlich. Daraufhin bekam ich stolz die Profile gezeigt, die vielen Likes, die Followerzahlen und natürlich die aufreizenden Bilder, die dafür verantwortlich waren.

Weil ich meinen Körper mag.

Auf meine Frage hin, warum sie diese Art von Bildern posten, bekam ich von mehrere Mädchen die gleiche Antwort: Weil ich meinen Körper mag. Ich erklärte ihnen, dass ich meinen Körper auch mochte. Sehr sogar. „Ich find mich selbst zum Anbeißen“ (Sorry!!!), erklärte ich. „Allerdings schicke ich diese Pics nur meinem Freund. Ich will auf gar keinen Fall, dass jemand anderes sie sieht. Jetzt mal ganz ehrlich und ohne Wenn und Aber: Warum ist das bei euch anders?“

Eines der Mädchen antwortete mir, dass sie sehr hart im Fitnessstudio für ihren Körper arbeitete und dass sie wollte, dass Andere dies zu schätzen wissen. „Aber dann veröffentlichst du diese Bilder nicht weil du deinen Körper magst, sondern weil du willst, dass er anderen gefällt bzw. von ihnen wahrgenommen wird“, gab ich zu bedenken. Ein anderes Mädchen gestand mir, dass sie als Kind pummelig gewesen war und sich heute pudelwohl in ihrer Haut fühlte. „Ich will dass diejenigen, die mich früher aufgezogen haben, heute vor Neid platzen. Ein drittes Mädchen erzählte mir etwas von der ständigen Posts der Models auf Instagram: „Ich schätze wir stehen irgendwie im Wettbewerb mit diesen Frauen und möchten in den Augen der Männerwelt nicht gegen sie abstinken. Wir möchten zeigen, dass wir mit der richtigen Kleidung und Pose genauso sexy aussehen…“.

Auch am darauffolgenden Tag dachte ich noch lange über die Worte dieser Mädchen nach…

Warum sind Social Media so schädlich?

Eifersucht in Partnerschaften, Konkurrenzverhalten und Unsicherheiten bei Jung und Alt. So viel steht fest. Die Schilderungen der jungen Frauen haben alle gemeinsam, dass sie in irgendeiner Form versuchen, in einer Welt voller ultrafitter Supermodels nicht völlig unterzugehen. Der virtuelle Zuspruch schenkt ihnen Selbstvertrauen und dafür zeigt man gerne den einen oder anderen Zentimeter Haut oder auch mehr.

Abgesehen davon schaden Social Media bzw. die überzogene Nutzung auch der Kommunikation und der Empathiefähigkeit. Hast du die Story deiner Freundin überhaupt richtig mitbekommen? Hast du den Klang ihrer Stimme oder ihr Stirnrunzeln wahrgenommen oder warst du wieder damit beschäftigt, auf deinen Bildschirm zu schauen? Psychologen haben sogar einen eigenen Namen dafür für dieses Neuzeitphänomen und nennen es “Fear of missing out” – die Angst etwas zu verpassen.

Ja, soziale Netzwerke schaden uns, und wir sind uns der Konsequenzen oft nicht bewusst

Ich möchte sehr deutlich sein: Ich denke, viele junge Mädchen sind sich nicht bewusst, dass sie es eines Tages nicht so berauschend finden werden, dass sämtliche Arbeitskollegen, Kunden und Vorgesetzte ihren nackten Hintern begutachtet haben (dasselbe gilt auch für die heißen Bildchen  der Männerwelt mit angespannten Bauchmuskeln und Co.) und ja, Kollegen und Vorgesetzte suchen einander auf Facebook und Co. um zu wissen, mit wem sie es zu tun haben.

Mehr Haut für mehr Likes?

Die Idee hinter Social Media war ursprünglich die Kommunikation zu Menschen trotz Alltagshektik und räumlicher Trennung aufrechtzuerhalten. Man sollte z.B. wissen können, wo der alte Schulkamerad oder die Cousine grad im Urlaub war (sofern diese das wollten). So weit so gut.

Das Blatt beginnt sich allerdings zu wenden, wenn plötzlich der Bildschirm und die Menschen auf der anderen Seite der Leitung wichtiger werden als der Ort oder die Personen in deren Begleitung wir uns befinden. Wenn die Profile öffentlich und die Bilder immer anzüglicher werden nur um mehr und mehr Likes zu erhaschen. Hättest du dieses Foto auch an deine Tante geschickt? Nein? Wie kommst du dann darauf, dass du es mit der ganzen Welt teilen solltest? Du bist kein Unterwäschemodel und wirst nicht dafür bezahlt, deinen Körper in dem neusten Hunkemöller-Set vor der Kamera zu drehen und zu wenden? WAS BRINGT DIR DANN DIESER LETZTE POST?

Instagram und die Sexualisierung unserer Gesellschaft

Jeder spricht immer nur von Pornos und ihren negativen Begleiterscheinungen für unsere Jugend. Aber was ist mit der nackten Haut auf den Werbeanzeigen, im TV und vor allem in den sozialen Netzwerken?

Versteht mich nicht falsch, ich mag nackte Haut, sehr sogar. Jeder der mich kennt weiss, dass ich , wenn es nach mir ginge den ganzen Tag nackig durch die Gegend springen würde. Das ändert allerdings nichts an meiner Auffassung, dass Sinnlichkeit ein Teil unserer Intimsphäre ist und nicht ins Internet gehört. Instagram bzw. seine Nutzer scheinen das allerdings oft anders zu sehen und ihr wisst ganz genau was ich meine…

Auch interessant…

Laut der Studie einer niederländischen Universität (derzeit leider nur Sekundärquelle auf Spanisch verfügbar) haben Menschen, die sich als besonders selbstbewusst und sexy in sozialen Netzwerken präsentieren, ein deutlich niedrigeres Selbstwertgefühl und benötigen die Zustimmung Anderer um sich attraktiv zu fühlen. Meist handelt es sich um Menschen die mit Einsamkeit und Verlustängsten zu kämpfen haben…

aben Menschen, die sich als besonders selbstbewusst und sexy in sozialen Netzwerken präsentieren, ein deutlich niedrigeres Selbstwertgefühl und benötigen die Zustimmung Anderer um sich attraktiv zu fühlen. Meist handelt es sich um Menschen die mit Einsamkeit und Verlustängsten zu kämpfen haben…

Schlusswort

Meine Intention ist es wirklich nicht, irgendjemandem auf den Schlips zu treten. Ich möchte zum Nachdenken anregen und insbesondere den jungen Mädchen dort draußen eine Message hinterlassen:

Du hast es definitiv nicht nötig, dass die irgendein Idiot unter deine Bilder schreibt, wie nice er deinen Hintern findet… Glaub mir. Du bist so viel mehr als bloß eine hübsche Verpackung!  

Glaubenssätze und wie sie unseren Alltag beeinflussen

All das, was wir Tag für Tag von uns geben und für die Realität halten, ist im Grunde genommen nichts weiter als unsere persönliche Sicht der Dinge. „Ich hab mega lange geschlafen“ – Wie lang denn nun und bedeuten 8-9 Stunden für jeden Menschen gleich viel? „Du schaust ständig auf dein Handy!“ – Was bedeutet ständig? Vier, fünf Male am Tag oder eher in der Stunde? Was für den Einen viel bedeutet, ist für den Anderen nicht einmal der Rede wert.

Unsere Sicht der Dinge hängt wiederum von einer ganzen Reihe an Faktoren ab, z.B. unserer Erziehung, unseren Erfahrungen, unserer Persönlichkeit. Doch einen ganz wesentlicher Aspekt, haben nur die Wenigsten auf dem Schirm: die eigenen Glaubenssätze.

Was sind Glaubenssätze?

Mit Glaubenssätzen meine ich Dogmen, Grundannahmen, Ansichten, die tief in deinem Geist bzw. in deiner Gedankenwelt verwurzelt sind und für dich der Wahrheit entsprechen. Glaubenssätze sind dafür verantwortlich, wie du dein Umfeld bewertest und auf Ereignisse reagierst, sie bestimmen also deine Sichtweise der Realität.

Was gibt es für Glaubenssätze?

Es gibt die positiven, motivierenden und antreibenden Glaubenssätze sowie die negativen und limitierenden. Einschränkende Glaubenssätze können z.B. wie folgt lauten: „Ich kann das nicht“, „Ich hab keine Zeit“, „Ich verdiene es nicht“. Jeder von uns verbirgt in seinem Inneren Sätze die unsere Sichtweise beschränken, uns nicht weiterkommen lassen, die Frage ist nur ob wir dazu in der Lage sind diese Glaubenssätze als solche zu identifizieren und ob wir an ihnen arbeiten möchten oder nicht.

Wenn ich die Augen schließe und  über mich selbst nachdenke…

Natürlich habe auch ich negative Grundannahmen, die mich einschränken. Ein Beispiel ist die Annahme, dass ich alles schaffen MUSS was ich mir vornehme und nicht versagen DARF. Personen mit Versagensängsten bewerten sich selbst anhand ihrer Leistungen. Völliger Blödsinn, dessen bin ich mir JETZT bewusst (dafür bedurfte es allerdings erst der Selbstreflektion) und kann daran arbeiten. „Ich muss jedem gefallen“ – ein weiterer Glaubenssatz den ich vor einiger Zeit in mir entdeckt hab. Ich hatte Angst von Anderen verurteilt und/oder abgelehnt zu werden und habe lieber eigene Gefühle runtergeschluckt anstatt bei meinen Mitmenschen anzuecken. Ja, sich selbst so genau unter die Lupe zu nehmen ist nicht immer angenehm. Wenn man sich allerdings traut und ein bisschen Zeit investiert, zahlt es sich aus. Wir lernen, uns selbst und unsere Mitmenschen besser zu begreifen, und was kann es besseres geben als die eigene Zufriedenheit und ein harmonisches Miteinander?! 

Mein Freund, seine Schwester und ich

„Du erinnerst mich irgendwie an meine Schwester! Ich weiß gar nicht ob ich das so gut finde…“ – eine der ersten Dinge, die ich von IHM beim Kennenlernen zu hören bekommen habe.  Vier Jahre sind inzwischen vergangen und – zumindest sieht es so aus – stand uns dieser Punkt nicht im Weg. Rico und seine Schwester – ein Thema für sich. Sie haben ein sehr inniges „Großer Bruder – kleine Schwester“ – Verhältnis und sind trotz der räumlichen Trennung (sie wohnt rund 7.000 Km entfernt) immer füreinander da. Als ich sie zum ersten Mal traf, staunte ich nicht schlecht über unsere charakterlichen Gemeinsamkeiten (optisch könnten wir kaum verschiedener sein) und unser nahezu identisches Lachen.

„Seine Schwester mag mich nicht“

„Verdammt! Seine Schwester mag mich nicht“ Dieser Gedanke schoss mir immer und immer wieder bei unserer ersten Begegnung durch den Kopf. Zwar verhielt sie sich weder unhöflich noch unfreundlich, ich spürte jedoch eine leichte Ablehnung gegenüber meiner Person. Auch das zweite und sogar das dritte Treffen schaffte keine Abhilfe. Wenn es zu dritt ins Restaurant ging, setzte sie sich wie selbstverständlich an seine Seite. Sobald er mich küsste, schimpfte sie auf knutschende Paare und brachte uns dazu, aufzuhören. Alles in allem: unangenehm und auch ein wenig anstrengend!

Beziehungen sind immer zweiseitig

Inzwischen sind über drei Jahre vergangen und seine Schwester hatte den einen oder anderen Partner, wir waren gemeinsam im Urlaub und sie hat unzählige Male auf unserem Sofa übernachtet. Vor einigen Tagen ergab es sich, dass Rico während ihres Aufenthalts verreisen musste. Wir zwei gingen also shoppen, zur Maniküre und machten einen Mädelsabend vor dem Fernseher. Ja, wir verstehen uns super und alle anfänglichen Zweifel sind wie weggeblasen. Ich habe sie gern und sie gibt mir nicht mehr das Gefühl, ein Störfaktor in der Beziehung zu ihrem Bruder zu sein. Was genau diesen Wandel ausgelöst hat? Ich denke es dürfte die Mischung sein: Ich versuche ihr nie das  Gefühl zu geben, ihr ihren Bruder vorenthalten zu wollen. Im Gegenteil. Ich fördere den Kontakt und wenn sie zu Besuch kommt, lasse ich die beiden auch gerne mal für einige Stunden allein, damit sie sich in Ruhe austauschen können. Ich versuche sie zu integrieren und ab und an sogar gemeinsam mit ihr und ihrem Freund Pläne für Unternehmungen zu viert zu schmieden (in ihrer Zeit als Single waren es halt Unternehmungen zu dritt). Beziehungen sind immer zweiseitig. Wenn also eine Partei sich derart um die andere bemüht, Verständnis zeigt und die Harmonie sucht, kann die andere Seite oft nicht anders, als ihre Abwehrhaltung(sofern diese jemals existent war) abzulegen.

Auf den Punkt gebracht: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück.

Ich versuche mir immer bewusst zu machen, wie sich mein Gegenüber fühlen muss. Als kleine Schwester steht man oft im Mittelpunkt, wird vom großen Bruder getriezt aber auch beschützt, hat ihn immer an seiner Seite und geht mit ihm durch dick und dünn. Sein Leben lang war mein sein „Lieblingsmensch“ und diese Rolle an jemanden abgeben zu müssen, ist zwar natürlich aber mit Sicherheit nicht einfach. Ob man nun 13 oder 30 Jahre alt ist, Gefühle ändern sich nicht – man lernt nur anders mit ihnen umzugehen.

Als Partnerin neigt man manchmal dazu, Besitzansprüche zu stellen und SEINE ungeteilte Aufmerksamkeit zu erwarten. Was man allerdings nicht vergessen sollte: Sie – die Schwester – war VOR einem da! Und sie wird, komme was wolle, immer da sein! Und das ist auch gut so. Schlagt euch also all diese Zweifel und vor allem die imminenten Eifersüchteleien und den Stolz aus dem Kopf. Gebt euer Bestes und versucht das Ganze auch einmal aus IHRER Perspektive zu betrachten. Denn wenn ihr es wirklich schafft, euch zu verstehen, dann tut ihr nicht nur euch selbst einen riesigen Gefallen, sondern auch eurem Liebsten…