Tut Liebe wirklich weh?

Wie oft schon haben wir jemanden sagen hören, dass Liebe wehtut. Aber haben wir schon mal ernsthaft innegehalten und über diese Worte nachgedacht? „Wenn du wirklich verliebt bist, dann tut Liebe weh“ – sagte mir einmal eine gute Freundin. Hatte sie Recht?

Wenn es wehtut, ist es keine Liebe

Heute, mehrere Jahre später, kann und will ich meiner Freundin widersprechen. Viele Menschen sind zwar der Ansicht, dass echte Gefühle mit Schmerz und mit Drama in Verbindung stehen. „Liebe und Hass liegen dicht beieinander“ oder auch „Liebe ist, wenn der Eine nicht ohne den Anderen leben kann“ – Sätze, die vermeintliche Romantiker an Häuserwände kritzeln oder gnadenlos über Facebook und Co. in die Welt hinausschießen.  Diese Dinge werden oft so daher gesagt, ohne ernsthaft über ihre Bedeutung sowie ihre Folgen zu reflektieren. Wie viele junge Mädchen gibt es da draußen, die wirklich an den Inhalt dieser Floskeln glauben?  Die alles ohne Wenn und Aber hinnehmen und mit sich wer weiß was machen lassen, weil es ja schließlich „dazugehört zu leiden“.

An all diese Mädels:

Liebe bedeutet NICHT, für jemanden alles aufzugeben, was einem wichtig ist oder sich komplett nach ihm zu richten. Liebe bedeutet NICHT, am Morgen mit geschwollenen Augen aufzuwachen, weil man sich in den Schlaf geweint hat. Liebe bedeutet NICHT, dass man akzeptieren muss, dass er uns schlecht behandelt oder ignoriert. Liebe bedeutet NICHT, dass wir ständig Angst haben müssen, den anderen zu verlieren. Liebe bedeutet NICHT, sinnlos zu leiden. Liebe bedeutet NICHT, die andere Person zu seinem absoluten Lebensmittelpunkt zu machen oder nicht ohne ihn leben zu können. NATÜRLICH können wir ohne den Anderen leben. Wir sind schließlich auch allein auf die Welt gekommen. Der springende Punkt ist, ob dieser andere Mensch unser Leben bereichert, verschönert, uns etwas gibt, was wir ohne ihn nicht hätten. Liebe koexistiert mit Selbstliebe und geht mit ihr Hand in Hand. Liebe bedeutet etwas Schönes, Wärme, Geborgenheit, Vertrauen, Spaß, Freude…

Wenn es wehtut, dann ist es keine Liebe…

Ein bisschen Bi schadet nie – Das Geheimnis hinter unserer Sexualität

Ein junger Mann aus Berlin packt aus und bezieht Stellung zu einem oft umschwiegenen Thema: Bisexualität.

„Ich habe kein Problem mit der Sexualität anderer. Mit meiner eigenen schon. Seit Beginn meiner Pubertät stelle ich mir die Frage, ob ich auf Frauen oder Männer stehe. Bis heute kann ich sie nicht klar beantworten. Das Gute ist: Ich muss mich nicht entscheiden. Ich darf auch bi sein.

Was steckt hinter dem Begriff  “Bisexualität”?

Bisher habe ich nur mit meinem besten Freund über diesen inneren Konflikt gesprochen. Nicht aus Scham, sondern aufgrund von Zurückhaltung. Ich rede nicht viel über meine Sexualität. Doch die Tatsache, dass ich vielleicht bi bin, führte mich zur Recherche über dieses Thema. Ich wollte wissen, was hinter dem Begriff “Bisexualität“ steht. Und welche Leute sich selbst als bisexuell bezeichnen.

So stieß ich unter anderem auf Felix Jaehn. Anfang des Jahres gab der deutsche DJ und Produzent in der NDR Talkshow zu, dass er auf Männer und Frauen steht. Er selbst empfindet das als ganz normal. Und er hat Recht. Denn prinzipiell ist jeder Mensch bisexuell veranlagt. Meint zumindest Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse.

Seinen wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge haben wir alle von Geburt an hetero- und homosexuelle Neigungen. Nach einer Phase der Bisexualität entscheiden wir uns üblicherweise für das gleiche oder das andere Geschlecht. Wann wir diese Entscheidung treffen ist allerdings offen. Und selbst wenn wir uns festgelegt haben, kann die bisexuelle Neigung im Laufe unseres Lebens immer wieder auftreten.

Für Bisexualität reichen gleichgeschlechtliche Fantasien

Es ist also völlig egal, ob und wann ich mich entscheide. Trotz dieser Erkenntnis bezeichnen sich die wenigsten Menschen als bi. Felix Jaehn ist dabei eine Ausnahme. Das liegt vielleicht daran, dass viele Leute Freuds Ergebnisse gar nicht kennen. Personen, die sich stärker zum anderen Geschlecht hingezogen fühlen meinen sie seien heterosexuell. Person, die sich stärker zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen meinen sie seien homosexuell. Die Frage nach der eigenen Sexualität ist damit vermeintlich geklärt.

Doch Fakt ist: Auf Männer und Frauen zu stehen bedeutet nicht beide Geschlechter gleichermaßen interessant zu finden. Man kann durchaus Präferenzen haben. Für die Bisexualität reichen erotische Fantasien mit dem jeweils gleichen oder anderen Geschlecht. Das bedeutet, dass sich eine Frau als bi bezeichnen kann, wenn sie in einer Beziehung mit einem Mann lebt und gelegentlich an Sex mit einer anderen Frau denkt. Ebenso der vermeintlich heterosexuelle Mann, der sich manchmal nach Liebe mit einem anderen Mann sehnt. Das gleiche gilt umgekehrt für schwule und lesbische Personen.

Ich habe noch nie eine feste Beziehung mit einem Mann geführt. Und kann es mir auch nur schwer vorstellen. Trotzdem habe ich erotische Fantasien mit Männern. Und lebe diese manchmal aus. Wie soll ich mich also bezeichnen? Laut Freud liegt die Antwort darauf immer im Auge des Betrachters. Letztlich kommt es darauf an, wie jeder sich selbst sieht und wofür er oder sie sich entscheidet.

Raus aus dem Schubladendenken

Ich alleine bestimme also darüber, ob ich mich als bisexuell bezeichnen möchte oder nicht. Ebenso egal ist es, wie ich mich betitele. Denn schließlich sind es nur Schubladen, in die ich mich selber stecke. Und mein innerer Konflikt muss gar keiner mehr sein, wenn ich einfach das denke und tue was ich im Moment möchte ohne meine Gedanken und Taten ständig zu bewerten.”

We love to love – und warum Männer wählerischer bei der Partnerwahl sind als Frauen –

Was wir uns oft nicht bewusst machen bzw. nicht bewusst machen wollen: Männer haben uns hinsichtlich der Partnerwahl einiges voraus. Den meisten Frauen fehlt die Fähigkeit zu unterscheiden, ob es sich bei der netten Bekanntschaft vom Vorabend um jemanden mit Potenzial für Zukunftspläne handelt oder nicht. Grundsätzlich ist jeder Kandidat… ein Kandidat. Oder nicht?

Männer und ihre drei Gruppen

Alle guten Dinge sind drei. So ist es also nicht verwunderlich, dass Männer uns Frauen gern in 3 Gruppen einteilen: 1- Uninteressant, 2- ggf. Bettgeschichte, 3- eventuell Qualität für mehr. Stimmt’s, Jungs? Diese 3 Gruppen werden stumpf eingehalten, auch wenn die Grenzen (insbesondere zwischen Gruppe 1 und 2 je nach Alkoholkonsum) manchmal leicht verwischen können. Die Gruppen 2 und 3 werden ungefähr mit ähnlichem Einsatz umworben und es ist den meisten Männern auch relativ egal ob SIE der einen oder der anderen Gruppe angehört. Im Ergebnis führt beides zu einem zumindest „befriedigendem” Ergebnis.

Frauen und ihre Neigung zur Erwartungshaltung

Wie es bei uns Frauen aussieht? Ein kleines bisschen anders. Frauen grenzen ungern von vornherein ab, ob sich ein Mann in für etwas Ernstes eignet oder nicht. Sie machen sich gar keine Gedanken darum, ob sie ein Mann interessiert, bis es einen konkreten Anlass gibt, er ggf. auf sie zugeht bzw. sie das Gefühl hat, ihm irgendwie zu gefallen. Sofern nun die ersten Hürden überwunden wurden, die Grundsympathie stimmt und man ggf. sogar miteinander in der Kiste gelandet ist, haben wir den Salat: Frau wartet auf Anrufe, Nachrichten, Verbindlichkeit, kurz: eine Entwicklung.

An dieser Stelle müsste man sich nun einige Fragen stellen:

1. Ab wann beginnen die Erwartungshaltungen bei Frauen und warum? Hat Sex für uns die richtige Bedeutung?

Sex ist Sex. Ja nee, ist klar. Aber für Frauen ist Sex eben nicht IMMER nur Sex. Wenn ich mir die Männergeschichten meiner Freundinnen anhöre, habe ich oft das Gefühl, dass sie Sex mit anderen Dingen assoziieren und genau hier liegt oft der Knackpunkt: Männer steigen mit Frauen in die Kiste, weil sie Lust auf körperliche Befriedigung haben. Punkt.  Nicht mehr, nicht weniger. Und genau das sind sich viele Frauen eben nicht bewusst.

Ob der Inflexionspunkt wirklich der Sex ist oder nicht, kann dahin stehen und ist mit Sicherheit auch von Frau zu Frau unterschiedlich. Manchmal beginnen die Erwartungen auch vorher oder nachher aber eins steht fest: Irgendwann beginnen sie.

2. Geht es wirklich um IHN?

Dabei scheint es kaum von Bedeutung zu sein, wer der Typ eigentlich ist und ob wir ihn wirklich gut finden. Irgendwann hoffen wir auf eine Weiterentwicklung, ein Happy End… ER ist in der Tat (zumindest anfangs) komplett austauschbar. Verrückt oder? Und dabei dachten wir Mädels doch immer, dass WIR die Romantikerinnen seien…

Einmal habe ich mir von einem Mann anhören müssen, dass Frauen in den Gedanken verliebt seien, sich zu verlieben. Ich war natürlich empört und habe vehement alles abgestritten. Heute, rund drei Jahre später, glaube ich, dass er gar nicht mal so Unrecht hatte. Warum stehen wir so auf romantische Geschichten, Liebesromane und kitschige Filme? Nicht ALLE, ich weiß, aber viele von uns… Warum erwarten wir nach drei oder vier Dates bereits eine gewisse Konstante in seinem Verhalten, obwohl wir ihn noch 0,0 kennen? Warum  werden wir so oft vom Pragmatismus der Männerwelt vor den Kopf gestoßen und warum nehmen wir ihre Zurückweisungen grundsätzlich persönlich? Warum geraten wir so oft in Beziehungen, die uns nicht glücklich machen?

We love to love. Einverstanden.

Allerdings sollten wir manchmal einen Gang runter schalten und uns fragen ob es wirklich um IHN geht…

Mein Freund, seine Schwester und ich

„Du erinnerst mich irgendwie an meine Schwester! Ich weiß gar nicht ob ich das so gut finde…“ – eine der ersten Dinge, die ich von IHM beim Kennenlernen zu hören bekommen habe.  Vier Jahre sind inzwischen vergangen und – zumindest sieht es so aus – stand uns dieser Punkt nicht im Weg. Rico und seine Schwester – ein Thema für sich. Sie haben ein sehr inniges „Großer Bruder – kleine Schwester“ – Verhältnis und sind trotz der räumlichen Trennung (sie wohnt rund 7.000 Km entfernt) immer füreinander da. Als ich sie zum ersten Mal traf, staunte ich nicht schlecht über unsere charakterlichen Gemeinsamkeiten (optisch könnten wir kaum verschiedener sein) und unser nahezu identisches Lachen.

„Seine Schwester mag mich nicht“

„Verdammt! Seine Schwester mag mich nicht“ Dieser Gedanke schoss mir immer und immer wieder bei unserer ersten Begegnung durch den Kopf. Zwar verhielt sie sich weder unhöflich noch unfreundlich, ich spürte jedoch eine leichte Ablehnung gegenüber meiner Person. Auch das zweite und sogar das dritte Treffen schaffte keine Abhilfe. Wenn es zu dritt ins Restaurant ging, setzte sie sich wie selbstverständlich an seine Seite. Sobald er mich küsste, schimpfte sie auf knutschende Paare und brachte uns dazu, aufzuhören. Alles in allem: unangenehm und auch ein wenig anstrengend!

Beziehungen sind immer zweiseitig

Inzwischen sind über drei Jahre vergangen und seine Schwester hatte den einen oder anderen Partner, wir waren gemeinsam im Urlaub und sie hat unzählige Male auf unserem Sofa übernachtet. Vor einigen Tagen ergab es sich, dass Rico während ihres Aufenthalts verreisen musste. Wir zwei gingen also shoppen, zur Maniküre und machten einen Mädelsabend vor dem Fernseher. Ja, wir verstehen uns super und alle anfänglichen Zweifel sind wie weggeblasen. Ich habe sie gern und sie gibt mir nicht mehr das Gefühl, ein Störfaktor in der Beziehung zu ihrem Bruder zu sein. Was genau diesen Wandel ausgelöst hat? Ich denke es dürfte die Mischung sein: Ich versuche ihr nie das  Gefühl zu geben, ihr ihren Bruder vorenthalten zu wollen. Im Gegenteil. Ich fördere den Kontakt und wenn sie zu Besuch kommt, lasse ich die beiden auch gerne mal für einige Stunden allein, damit sie sich in Ruhe austauschen können. Ich versuche sie zu integrieren und ab und an sogar gemeinsam mit ihr und ihrem Freund Pläne für Unternehmungen zu viert zu schmieden (in ihrer Zeit als Single waren es halt Unternehmungen zu dritt). Beziehungen sind immer zweiseitig. Wenn also eine Partei sich derart um die andere bemüht, Verständnis zeigt und die Harmonie sucht, kann die andere Seite oft nicht anders, als ihre Abwehrhaltung(sofern diese jemals existent war) abzulegen.

Auf den Punkt gebracht: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück.

Ich versuche mir immer bewusst zu machen, wie sich mein Gegenüber fühlen muss. Als kleine Schwester steht man oft im Mittelpunkt, wird vom großen Bruder getriezt aber auch beschützt, hat ihn immer an seiner Seite und geht mit ihm durch dick und dünn. Sein Leben lang war mein sein „Lieblingsmensch“ und diese Rolle an jemanden abgeben zu müssen, ist zwar natürlich aber mit Sicherheit nicht einfach. Ob man nun 13 oder 30 Jahre alt ist, Gefühle ändern sich nicht – man lernt nur anders mit ihnen umzugehen.

Als Partnerin neigt man manchmal dazu, Besitzansprüche zu stellen und SEINE ungeteilte Aufmerksamkeit zu erwarten. Was man allerdings nicht vergessen sollte: Sie – die Schwester – war VOR einem da! Und sie wird, komme was wolle, immer da sein! Und das ist auch gut so. Schlagt euch also all diese Zweifel und vor allem die imminenten Eifersüchteleien und den Stolz aus dem Kopf. Gebt euer Bestes und versucht das Ganze auch einmal aus IHRER Perspektive zu betrachten. Denn wenn ihr es wirklich schafft, euch zu verstehen, dann tut ihr nicht nur euch selbst einen riesigen Gefallen, sondern auch eurem Liebsten…