Beitrag teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email
Instagram und die Sexualisierung unserer Gesellschaft

Instagram und die Sexualisierung unserer Gesellschaft

Oder: Warum zeigt diese Generation so gern ihren Arsch auf Social Media?

Sorry für diese klaren Worte ihr Lieben, aber es ist einfach besorgniserregend, was heutzutage abgeht. Junge Mädels (oft U18) räkeln sich im Bikini vor der Kamera und alle finden`s normal. Aber was steckt wirklich dahinter? Warum empfinden so viele Frauen (und auch der ein oder andere junge Mann) das Bedürfnis sich vor der Welt zu entblößen? Instagram und die Sexualisierung unserer Gesellschaft…

Und noch ein Selfie

Vor ein paar Wochen war ich mit ein paar Mädels aus der Nachbarschaft on Tour (alle zwischen Anfang und Mitte zwanzig) und was ich zu sehen bekam, gewann mir nicht nur das ein oder andere Schmunzeln sondern auch das ein oder andere Kopfschütteln ab.  Die Ladies schienen sich mehr mit ihren Handys zu befassen als mit ihren Freundinnen.

UND NOCH EIN SELFIE! Und wieder ein spitzer Mund und zusammengedrückte Brüste für die Kamera… „Also mal ganz ehrlich: Was soll der Quatsch?“ rutschte es mir raus. „Warum genießt ihr nicht einfach die Party? Warum ist denn jetzt in diesem Moment Instagram wichtiger als Trinken und Tanzen? Und überhaupt – warum muss denn immer der Ausschnitt oder der Hintern im Vordergrund stehen?“. Alles mit einem Augenzwinkern natürlich. Daraufhin bekam ich stolz die Profile gezeigt, die vielen Likes, die Followerzahlen und natürlich die aufreizenden Bilder, die dafür verantwortlich waren.

Weil ich meinen Körper mag.

Auf meine Frage hin, warum sie diese Art von Bildern posten, bekam ich von mehrere Mädchen die gleiche Antwort: Weil ich meinen Körper mag. Ich erklärte ihnen, dass ich meinen Körper auch mochte. Sehr sogar. „Ich find mich selbst zum Anbeißen“ (Sorry!!!), erklärte ich. „Allerdings schicke ich diese Pics nur meinem Freund. Ich will auf gar keinen Fall, dass jemand anderes sie sieht. Jetzt mal ganz ehrlich und ohne Wenn und Aber: Warum ist das bei euch anders?“

Eines der Mädchen antwortete mir, dass sie sehr hart im Fitnessstudio für ihren Körper arbeitete und dass sie wollte, dass Andere dies zu schätzen wissen. „Aber dann veröffentlichst du diese Bilder nicht weil du deinen Körper magst, sondern weil du willst, dass er anderen gefällt bzw. von ihnen wahrgenommen wird“, gab ich zu bedenken. Ein anderes Mädchen gestand mir, dass sie als Kind pummelig gewesen war und sich heute pudelwohl in ihrer Haut fühlte. „Ich will dass diejenigen, die mich früher aufgezogen haben, heute vor Neid platzen. Ein drittes Mädchen erzählte mir etwas von der ständigen Posts der Models auf Instagram: „Ich schätze wir stehen irgendwie im Wettbewerb mit diesen Frauen und möchten in den Augen der Männerwelt nicht gegen sie abstinken. Wir möchten zeigen, dass wir mit der richtigen Kleidung und Pose genauso sexy aussehen…“.

Auch am darauffolgenden Tag dachte ich noch lange über die Worte dieser Mädchen nach…

Warum sind Social Media so schädlich?

Eifersucht in Partnerschaften, Konkurrenzverhalten und Unsicherheiten bei Jung und Alt. So viel steht fest. Die Schilderungen der jungen Frauen haben alle gemeinsam, dass sie in irgendeiner Form versuchen, in einer Welt voller ultrafitter Supermodels nicht völlig unterzugehen. Der virtuelle Zuspruch schenkt ihnen Selbstvertrauen und dafür zeigt man gerne den einen oder anderen Zentimeter Haut oder auch mehr.

Abgesehen davon schaden Social Media bzw. die überzogene Nutzung auch der Kommunikation und der Empathiefähigkeit. Hast du die Story deiner Freundin überhaupt richtig mitbekommen? Hast du den Klang ihrer Stimme oder ihr Stirnrunzeln wahrgenommen oder warst du wieder damit beschäftigt, auf deinen Bildschirm zu schauen? Psychologen haben sogar einen eigenen Namen dafür für dieses Neuzeitphänomen und nennen es “Fear of missing out” – die Angst etwas zu verpassen.

Ja, soziale Netzwerke schaden uns, und wir sind uns der Konsequenzen oft nicht bewusst

Ich möchte sehr deutlich sein: Ich denke, viele junge Mädchen sind sich nicht bewusst, dass sie es eines Tages nicht so berauschend finden werden, dass sämtliche Arbeitskollegen, Kunden und Vorgesetzte ihren nackten Hintern begutachtet haben (dasselbe gilt auch für die heißen Bildchen  der Männerwelt mit angespannten Bauchmuskeln und Co.) und ja, Kollegen und Vorgesetzte suchen einander auf Facebook und Co. um zu wissen, mit wem sie es zu tun haben.

Mehr Haut für mehr Likes?

Die Idee hinter Social Media war ursprünglich die Kommunikation zu Menschen trotz Alltagshektik und räumlicher Trennung aufrechtzuerhalten. Man sollte z.B. wissen können, wo der alte Schulkamerad oder die Cousine grad im Urlaub war (sofern diese das wollten). So weit so gut.

Das Blatt beginnt sich allerdings zu wenden, wenn plötzlich der Bildschirm und die Menschen auf der anderen Seite der Leitung wichtiger werden als der Ort oder die Personen in deren Begleitung wir uns befinden. Wenn die Profile öffentlich und die Bilder immer anzüglicher werden nur um mehr und mehr Likes zu erhaschen. Hättest du dieses Foto auch an deine Tante geschickt? Nein? Wie kommst du dann darauf, dass du es mit der ganzen Welt teilen solltest? Du bist kein Unterwäschemodel und wirst nicht dafür bezahlt, deinen Körper in dem neusten Hunkemöller-Set vor der Kamera zu drehen und zu wenden? WAS BRINGT DIR DANN DIESER LETZTE POST?

Instagram und die Sexualisierung unserer Gesellschaft

Jeder spricht immer nur von Pornos und ihren negativen Begleiterscheinungen für unsere Jugend. Aber was ist mit der nackten Haut auf den Werbeanzeigen, im TV und vor allem in den sozialen Netzwerken?

Versteht mich nicht falsch, ich mag nackte Haut, sehr sogar. Jeder der mich kennt weiss, dass ich , wenn es nach mir ginge den ganzen Tag nackig durch die Gegend springen würde. Das ändert allerdings nichts an meiner Auffassung, dass Sinnlichkeit ein Teil unserer Intimsphäre ist und nicht ins Internet gehört. Instagram bzw. seine Nutzer scheinen das allerdings oft anders zu sehen und ihr wisst ganz genau was ich meine…

Auch interessant…

Laut der Studie einer niederländischen Universität (derzeit leider nur Sekundärquelle auf Spanisch verfügbar) haben Menschen, die sich als besonders selbstbewusst und sexy in sozialen Netzwerken präsentieren, ein deutlich niedrigeres Selbstwertgefühl und benötigen die Zustimmung Anderer um sich attraktiv zu fühlen. Meist handelt es sich um Menschen die mit Einsamkeit und Verlustängsten zu kämpfen haben…

aben Menschen, die sich als besonders selbstbewusst und sexy in sozialen Netzwerken präsentieren, ein deutlich niedrigeres Selbstwertgefühl und benötigen die Zustimmung Anderer um sich attraktiv zu fühlen. Meist handelt es sich um Menschen die mit Einsamkeit und Verlustängsten zu kämpfen haben…

Schlusswort

Meine Intention ist es wirklich nicht, irgendjemandem auf den Schlips zu treten. Ich möchte zum Nachdenken anregen und insbesondere den jungen Mädchen dort draußen eine Message hinterlassen:

Du hast es definitiv nicht nötig, dass die irgendein Idiot unter deine Bilder schreibt, wie nice er deinen Hintern findet… Glaub mir. Du bist so viel mehr als bloß eine hübsche Verpackung!  

Cindy Alva

Cindy Alva

Vor einigen Jahren habe ich eine etwas schwierige Zeit durchgemacht, in der ich nicht wusste was, wen und wohin ich wollte. Um mich selbst und meine Gedanken ein wenig zu sortieren, habe ich eines Tages angefangen, ein Buch zu schreibem. Babum. Ich hätte niemals gedacht, dass es irgendjemand lesen würde. Im Ernst! Aber ich hatte Unrecht.

mehr über meine Bücher

Kommentare

Cindy Alva

Ich lache gerne, bin von Natur aus glücklich, liebevoll, lebensfroh, sensibel, albern und sehr nachdenklich.

Andere Beiträge

Weil unsere Träume das wertvollste sind

was wir haben, möchte ich dich dazu ermutigen das zu tun, was du wirklich möchtest.

zum Online Shop

Babum

Hattest du jemals ein Geheimnis, dass du niemandem anvertrauen wolltest? Hast du dich jemals gefragt, ob deine Beziehung wirklich das Wahre ist? Ob du glücklich bist? Meine persönliche Geschichte über Seitensprünge, Liebe, Glück und die Person, gegenüber der wir wirklich zu etwas verpflichtet sind: UNS SELBST

Meine persönliche Liebesgeschichte...

mehr über meine Bücher