Neid – ein Gefühl das jeder kennt?

Was hat sie, was ich nicht habe? Warum verdient er mehr als ich? Warum funktioniert deren Beziehung bereits seit Jahren und ich bekomme es nicht einmal hin, ein paar Monate lang mit jemandem zusammenzubleiben? NEID – ein Gefühl, das viele von uns empfinden.

Warum?

Bereits im Kindesalter wird uns beigebracht auf das zu achten, was der Andere hat. Hat er bessere Noten? Hat er einen höheren Legoturm gebaut? War er schneller, besser, talentierter?

Im Erwachsenenalter steigert sich dieses Konkurrenzverhalten wie von selbst und man misst und vergleicht sich – nahezu in jeglicher Hinsicht – mit Allem und Jedem.

Das Problem liegt auf der Hand: Abgesehen von der fehlenden Fähigkeit, sich aufrichtig für seine Mitmenschen zu freuen und ihnen etwas von Herzen zu gönnen, vergessen wir offensichtlich auch, dass der Andere sich alles um was wir ihn beneiden, selbst aufgebaut  bzw. verdient hat.  Das tolle Haus und die teure Handtasche? Hart erarbeitet! Jedenfalls meistens! Ebenso wie der perfekte Waschbrettbauch und der Knackpo! Auch Beziehungen haben Höhen und Tiefen – also Hut ab, wenn jemand es tatsächlich schafft, über einen langen Zeitraum hinweg zusammenzubleiben. Warum können viele von uns nicht aufrichtig bewundern ohne sich zu freuen? Nicht ehrlich stolz auf jemanden sein, der etwas erreicht hat, ohne sich selbst innerlich mit ihm zu messen? 

Nur Wenige von uns sind sich bewusst, dass wir uns letztendlich selbst schaden. Neid ist ein Gefühl, dass unser Glück hemmt, uns nicht vollends glücklich sein lässt. Wir können uns nicht zu 100% auf uns selbst und unser eigenes Glücklichsein konzentrieren, wenn wir immer im Wettbewerb mit unseren Mitmenschen stehen. Wir können keine ehrliche Freude, Selbstliebe und -vertrauen austrahlen, wenn wir insgeheim die hübsche Nachbarin oder gar die eigene Schwester um ihre tolle Figur oder ihren Lebensgefährten beneiden.  Nicht jeder von uns empfindet Neid. Es gibt  Menschen, denen dieses Gefühl völlig fremd und gar zuwieder ist. Und glaubt mir: Diese Menschen sind am glücklichsten von Allen!!!!

Wenn  ihr also das nächste Mal eine Frau von der Seite her anblinzelt, weil ihre tollen Beine euch stören oder ihr euch über die Gehaltserhöhung des Kollegen ärgert, solltet ihr euch fragen, ob es das wirklich wert ist, euer eigenes Glück aufs Spiel zu setzen….

Schön, schlau und trotzdem Single?

Wir haben sie alle: diese bildhübsche und erfolgreiche Freundin, die es trotz allem Bemühen einfach nicht schafft, einen Partner zu finden bzw. zu behalten.

Trotz aller Gleichberechtigung, die sich in den letzten Jahrzehnten durchsetzen durfte, gibt es in unserer Gesellschaft noch immer diesen einen Punkt, der sich niemals ändern lassen wird: Erfolgreiche Frauen haben es schwerer in Sachen Liebe. Punkt. Woran das liegt?

1. Charakter und Prioritäten

Erfolgreiche Frauen haben sich ihren Weg oft erst hart erkämpfen müssen. Es wäre also keine Überraschung, wenn sich dies auch in ihrem Charaker wiederspiegelt. Selbstbewusstsein, Stärke und Erfolg sind zwar grundsätzlich Qualitäten, die sowohl Männer als auch Frauen anziehend finden. Wenn hierzu allerdings seitens der Frau noch Dominanz und fehlende Kompromissbereitschaft kommen, machen Männer oft einen Rückzieher. Ein Geschäftsessen statt eines gemeinsamen Kinobesuchs? Ein Wochenende am Laptop statt gemeinsam im Bett zu kuscheln? Auch das sind Punkte, die es nicht einfacher machen. Kurios dürfte allerdings sein, dass Frauen in umgekehrten Fällen – also wenn es die Männer sind, die weniger Zeit für das gemeinsame Privaleben aufbringen können – wesentlich verständnisvollerr mit dem Thema umgehen.

2. Familienplanung

Emanzipation hin oder her – wir müssen zugeben, dass es auch heute noch zu 99 % die Frauen sind, die den Haushalt schmeissen, sich um die Kinder kümmern und den Familienurlaub organisieren. Auch wenn Männer im Haushalt “helfen”, den Müll rausbringen und ab und zu für das Abendessen sorgen, ist es immer noch die Frau, die die Verantwortung übernimmt und dafür sorgt, dass alles funktioniert. Fair ist dieser Gedanke sicherlich nicht, lässt sich allerdings auch nicht von heute auf morgen ändern. Ist all das trotz Karriere möglich? Ja, aber es ist wesentlich schwieriger: Was uns zu dem dritten und wohl wichtigsten Punkt führt:

3. Rollenbild

Ist nun das Problem wirklich, die Stärke dieser Frau oder ihre Fähigkeit alles wegzustecken was kommt? Sind ihre Unabhängigkeit und ihr Geld unattraktiv? Nein. Aber diese Frau will und kann sich auch nicht mit jedem X-beliebigen Mann “zufrieden geben”. Verdient er weniger oder hat weniger erfolreiche Jobaussichten, wird ihre Karriere früher oder später zum Problem. Denn ja, Männer haben trotz Allem Schwierigkeiten damit zu akzeptieren, dass die eigene Partnerin mehr verdient.  Unschön? Unfair? Ja, aber so ist die Realität. Der Mann, der in ihr Leben tritt, muss also mindestens genauso erfolgreich sein, wie sie selbst, das steht fest. Hinzu kommen natürlich weitere Oberflächlichkeiten wie Schönheit, Sportlichkeit und Co. Alles, um nicht an einen Mann zu geraten, der sich ggf. unterlegen fühlen könnte, denn das wäre selbstverständlich das BeziehungsAUS.


Mädels, auch wenn sich das alles furchtbar anhört – und JA, das tut es! – ist das noch lange kein Grund aufzugeben. Ihr habt bereits bewiesen, dass ihr Einiges auf dem Kasten habt und das lässt euch niemand nehmen. Wenn ein Kerl nicht damit klar kommt, dann schiesst ihn ab, er hat euch nicht verdient. IHR seid NICHT das Problem! Ok, vielleicht müsste die Eine oder Andere etwas kooperationsbereiter oder feinfühliger sein aber das ist nicht die Regel. Das Problem liegt in der Sichtweise der Gesellschaft! In der veralteten Perspektive vieler Männer! Und wollt ihr wirklich jemanden an eurer Seite, der nicht Stolz auf eure Erfolge sein kann?

Sucht euch den Mann aus, der es wirklich wert ist, ab und zu mal einen Schritt kürzer zu treten und die Arbeit links liegen zu lassen. Es GIBT sie, die Männer, die sich nicht von erfolgreichen Frauen einschüchtern lassen! Sie sind zwar selten, aber früher oder später läuft euch sicher einer über den Weg. Und bis dahin, geniesst die Zeit als Single in vollen Zügen!

Ist eh wesentlich unkomplizierter!

Sex oder Liebe

Sex, Liebe oder gar beides?

Bei der Ausarbeitung meines ersten Buches – Babum – stand meiner Ansicht nach primär die Erotik im Vordergrund.

Eine schmutzige Affäre, deren Geschichte erzählt werden musste – so dachte ich zumindest. Ich wollte einfach nur endlich dieses erdrückende Geheimnis loswerden. Vielleicht wollte ich auch noch ein bisschen länger in den Erinnerungen meiner heissen Nächte mit Rico schwälgen.

Mit Liebe hatte das Ganze bestimmt nichts zu tun! Oder? 

Der einzige Mensch der von meinem Plan (ein Buch zu scheiben) wusste, war Rico selbst. “Meine kleine Porno-Schriftstellerin”- hatte er mich genannt – Und dafür hielt ich mich auch selbst!!!

Ich hatte es geschafft unsere Leidenschaft füreinander in Worte zu fassen und zu Papier zu bringen. Leidenschaft und Sex – Nichts weiter. Oder? 

Das Ende meines Buches, das nicht nur bei mir sondern scheinbar auch bei vielen meiner Leser (/-innen) für Tränen sorgte, belehrte mich eines Besseren.

Die Antwort war NEIN. – Es war NICHT nur Leidenschaft.

Oft ist man sich gar nicht wirklich bewusst, wo die Grenze zwischen Sex und Gefühlen  liegt und wo sie verschwimmt. Wann hat man eigentlich begonnen, für den Gegenüber etwas zu empfinden? Und warum konnte man es nicht verhindern – auch wenn man es sich sooooo fest vorgenommen hatte?!

Wenn man mich heute fragt, wann mir wirklich klar geworden war, was ich für Rico empfand, dann würde ich sagen – beim Schreiben meines ersten Buches. Das Wiederauflebenlassen unserer gemeinsamen Geschichte und die Aufarbeitung unserer Konversationen und auch meiner eigenen Fehltritte, führten mir vor Augen, wie verrückt ich eigentlich nach ihm war.

Ihr habt es noch nicht gelesen?  Na dann aber los! 

Heute schenke ich dir meine Augen!

Liebe Freundin,

heute möchte ich dir etwas schenken. Etwas ganz persönliches, etwas wertvolles : Meine Augen. Der eigene Spiegel lügt uns oft an, zeigt uns Dinge aus einem bestimmten Blickwinkel, der von der Realität weit entfernt ist. Genau aus diesem Grund möchte ich dir heute zeigen, wie ich dich sehe. Für mich warst du immer eine der bemerkenswertesten Frauen, denen ich begegnen durfte. Schön, stark und intelligent. Voller Neugier und Lebenslust hast du dir deinen Weg gebahnt und an jeder Ecke Bewunderer zurückgelassen. Ja Bewunderer. Für deine Worte, deine Menschlichkeit, dein Wissen oder auch für dein schönes Lächeln. Manchmal scheinst du dir gar nicht bewusst zu machen, was du wirklich bist. Ich sag es dir. Du bist eine kraftvolle, und ausdrucksstarke Seltenheit.

Du bist schön. –

Egal was dir manchmal durch den Kopf geht und welche Makel du an dir selbst entdeckst, lass dir gesagt sein, dass du wunderhübsch bist.

Du kannst alles schaffen, was du dir vornimmst. –

Auch wenn das Leben es manchmal nicht besonders gut mit dir meint, vergiss niemals deine zahlreichen Stärken und Qualitäten. Ich sehe sie. Du auch?

Du verdienst nur das Beste. –

Wir neigen manchmal dazu in Frage zu stellen, ob wir wirklich so viel verlangen können. Ja. Das können wir. Du hast so viel zu geben, dass du es nicht nötig hast, in irgendeiner Form Abstriche zu machen.

Auch wenn alles noch so aussichtslos erscheint, gibt es immer einen Weg für dich. Ich bin überzeugt davon, dass du ihn finden wirst. Und wenn du mal verloren gehst und unerwarteterweise jemanden brauchen solltest, der dir hilft, denk an mich.

Deine Freundin

Mama – warum verstehen wir uns nicht?

Auch Jahre nach der Pubertät ist die Beziehung zwischen Müttern und Töchtern oft kompliziert. Sie lieben sich, sie streiten sich und begegnen sich oftmals mit völligem Unverständnis.  Doch warum ist das so? 

Meine Mutter und ich streiten uns manchmal derart, dass die Fetzen fliegen. Und das, obwohl ich fast 30 bin! Es gibt Momente, in denen ich felsenfest davon überzeugt bin, dass ich sie nicht leiden kann, dass ich sie nur liebe, weil sie meine Mutter ist und ich sie lieben muss! Wir sind so unterschiedlich, dass wir uns gar nicht verstehen KÖNNEN! Oder?

Und dann gibt es wieder Momente, in denen ich heule wie ein kleines Mädchen, weil meine Mutter nach ihrem Besuch wieder abreisen muss oder weil ich in einem Film eine herzzerreissende Mutter-Tochter-Szene sehe und mir wird bewusst, dass sie der wichtigste Mensch in meinem Leben ist.

Töchter reagieren manchmal extrem sensibel auf Äusserungen ihrer Mütter, fühlen sich schnell angegriffen und in Frage gestellt. Mütter wiederum sind oftmals besorgt um das Wohl ihrer “Kleinen”, wünschen ihr nur das Beste und vergreifen sich dann zu 99 % im Tonfall. Doch nicht nur das mangelnde Kommunikationsvermögen führt zu Konflikten. Das wohl grössere Problem ist die beiderseitige Erwartungshaltung: Eine Mutter erwartet von ihrer Tochter Integrität, Gradlinigkeit, Erfolg und all das, was sie vielleicht selbst nicht erreicht hat. Wenn dann auch nur ein einziger Punkt an irgendeiner Stelle wankt oder eine Mutter meint, dass die eigene Tochter kurz davor seht, eine Fehlentscheidung zu treffen, fängt sie an sich zu sorgen und möchte intervenieren. Manchmal hört sie auch einfach nicht zu und verkennt in ihrem Gauben alles über ihre Tochter zu wissen, ihre Entwicklung und ihre eigentlichen Stärken und Schwächen.

Und andersrum?Ich denke ich spreche nicht nur für mich selbst, wenn ich sage, dass auch ich an meine Mutter jede Menge Erwartungen habe. Ich möchte in ihr die starke, taffe und gebildete Frau sehen, die sich durch ihr Selbstbewusstsein und ihre Authentizität auszeichnet. Sie soll eine “wahre Mutter” sein, an der ich mich anlehnen und bei der ich um Rat bitten kann, wenn ich nicht weiter weiss. Wenn sie dann strauchelt oder gar fällt, bin ich enttäuscht, sehe mich um mein Recht auf eine starke Leitfigur betrogen, fühle mich unverstanden oder von ihrem mangelnden Fingerspitzengefühl vor den Kopf gestossen. Das kleine Mädchen in mir will nicht einsehen, dass meine Mutter nicht perfekt ist. Was ich dabei vergesse, ist, dass sie nicht perfekt sein kann! Sie ist eine Frau wie jede andere auch. Sie muss sich – ebenso wenig wie ich – in keine Schablone pressen lassen. Sie ist wie sie ist – undiplomatisch, gerade heraus, unsicher, ein wenig naiv und manchmal etwas unselbständig. Doch sie hat es geschafft, mich grosszuziehen, mich mit allem auszustatten, was ich brauchte um meinen eigenen Weg zu gehen. Und genau dafür verdient sie meine Liebe und meinen Respekt. 


Vielleicht sollten wir öfter versuchen, unsere Mütter mit den unvoreingenommenen Augen einer anderen Frau und weniger mit den erwartungsvollen Augen einer Tochter anzusehen. Dann wäre das gegenseitige Verständnis füreinander vielleicht gar nicht so schwer…

Einsamkeit in der Großstadt

Wer von euch hat schon einmal in einer Großstadt mit mehreren Millionen Einwohnern gelebt? Wahrscheinlich einige! Und hattet ihr jemals das Gefühl, wirklich niemanden um euch herum zu interessieren?

Die Anonymität der Großstadt hat seine Vorteile – Oh ja! Es ist immer etwas los, du kannst zu jeder Tages- und Nachtzeit etwas unternehmen, niemanden interessiert dein Outfit oder die Anzahl deiner Ohrlöcher. Du kannst tun und lassen was du möchtest, ohne dass dich jemand zu verurteilen scheint. Als Kind einer Kleinstadt, weiß ich diese Punkte zu schätzen!

Doch manchmal – selten aber immerhin manchmal – sehne ich mich heimlich still und leise nach der Vertrautheit meiner Heimatstadt und wünsche mich zurück in die Zeit, in der der Bäcker meinen Namen kannte und in der ich mich zum Rauchen hinter eine Mauer kauern musste, damit mich niemand sah. Ich vermisse meine Jugendfreunde, die immer in der Nähe waren wenn ich Lust hatte um die Häuser zu ziehen und die Sonntage bei meiner Oma mit Kaffee und Kuchen.

Vor einem Jahr machte ich mit meinem Freund gemeinsam Urlaub auf den Filipinen. Es handelte sich um einen recht abenteuerlichen Trip, ohne fliessendes Wasser oder Elektrizität. Wir schnorchelten, angelten und schliefen nachts teils unter freiem Himmel und teils in kleinen Strohhütten direkt am Strand. Die Inseln, zu denen wir gebracht wurden, waren winzig und beinahe unberührt. Auf einigen lebten nicht einmal 5 Personen! Ich staunte nicht schlecht über die Landschaften, die Schönheit des Meers und die Zufriedenheit der Menschen! “Sie sind glücklicher, als viele von uns in unseren Häusern mit Klimaanlage und Co.!” hörte ich mich zu meinem Freund sagen und er stimmte mir zu. Wir wurden mit einer Freundlichkeit und Wärme aufgenommen, die ich nie erwartet hätte und eins ist mir bis heute besonders in Erinnerung geblieben: Das Gefühl der Vertrautheit im Umgang mit den Einheimischen. Wenn ich morgens aufwachte und mein Freund noch ein wenig liegen bleiben wollte, stand ich auf und schlenderte runter zum Strand, wo meist schon irgendein Fischersjunge allein am Ufer hockte.

Allein -nicht einsam- hier lag der entscheidende Unterschied. Denn wirklich jeder auf dieser winzigen Insel – selbst ich –  kannte seinen Namen und interessierte sich für seine Sorgen.

Ist Beziehung “Arbeit”?

Oftmals hört man den Ausdruck “Eine Beziehung ist immer Arbeit”. Das Wort “Arbeit” ist dabei natürlich negativ behaftet und bedeutet so viel wie “Anstrengung” oder “Opfer bringen”. Muss das wirklich sein? Vor ein paar Jahren kam das Thema mal in meinem Freundeskreis auf den Tisch. Ein Freund von mir sagte damals, dass er sich weigerte, diesen Satz zu akzeptieren. Seiner Ansicht nach, war eine Beziehung immer einfach und alles ergab sich wie von selbst. Ich selbst sehe das Ganze ein wenig differenzierter und denke, dass wir hier zwei Sachen mal genauer unter die Lupe nehmen müssten:

1. Was verstehen wir eigentlich unter Arbeit?

Arbeit ist der Definition nach “eine planvolle Tätigkeit, mit der man Ergebinsse bewirkt oder Produkte schafft” – also dem Grunde nach nichts Negatives oder zwangsweise Anstrengendes. Wir müssen etwas tun, um etwas zu erhalten – nicht mehr nicht weniger. Und was genau müssen wir machen, um eine Partnerschaft eingehen zu können?  Nunja. Dem Grunde nach gar nichts. Wir können von heute auf morgen entscheiden, unseren Beziehungsstatus zu wechseln, sofern die Gefühle stimmen und der Andere einverstanden ist. Eine Beziehung einzugehen, ist also schon mal keine Arbeit und ehrlich gesagt ziemlich einfach.

Wie schaut es nun aus, wenn wir diese Beziehung über einen längeren Zeitraum halten möchten?  Es gibt viele Gründe, warum Beziehungen scheitern können. Zum Beispiel können sich zwei Menschen in ihren Ansichten oder ihrem Alltag so sehr  voneinander unterscheiden, dass sie feststellen müssen, dass es einfach nicht funktioniert. Es ist ebenfalls möglich, dass Umstände vorliegen, die nicht in unserer Macht liegen und es uns einfach nicht erlauben, eine Beziehung mit dieser Person einzugehen. Viel zu oft scheitern Partnerschaften  allerdings an anderen Dingen wie fehlendem Interesse, mangelnder Kompromissbereitschaft oder dem Beziehungskiller Nummer 1 – dem berühmtberüchtigten Alltagsstress. Hier ist es durchaus möglich entgegenzuwirken und es mit ein bisschen mehr Verständnis, etwas Kommunikationsbereitschaft und einem kleinen Extra an Bemühung um den Anderen zu schaffen, dass die Beziehung länger anhält.  Ist er müde von der Arbeit oder möchte lieber zum Sport als mit dir ins Kino?  Das ist ok! Hast du schlechte Laune, weil deine Mutter dich mal wieder zu Unrecht kritisiert oder deine Freundin die Verabredung abgesagt hat? Sprich es aus und mach ihm klar, dass deine schlechte Laune nichts mit ihm zu tun hat! Hat sie sich in Schale geworfen und sieht heute einfach umwerfend aus? Sag es ihr und gib ihr die Bestätigung, die sie von dir will und braucht!

Ok – dieses bisschen “Mehr” könnten wir durchaus als Arbeit betrachten. Aber wenn wir ganz ehrlich zu uns selbst sind, dann ist das Ganze gar nicht mal so schwer und bringt verdammt gute Ergebnisse! Womit wir auch schon beim zweiten Punkt wären:

2. Muss man wirklich immer alles so negativ sehen?

Ja – Jeder Mensch hat seine positiven aber auch seine negativen Seiten, die wir in einer Partnerschaft einfach wegstecken müssen. Auch ich würde meinem Freund manchmal gerne die Socken, die er jeden Tag auf dem Boden liegen lässt statt sie in den Wäschkorb zu werfen, in den Hintern stecken. Aber was solls! Er erträgt dafür meinen Fimmel für Modern Family, geht mit mir zum Sport und gibt mir täglich das Gefühl, für ihn die schönste Frau der Welt zu sein! Macht man sich erstmal bewusst, dass es gar nicht so schwierig sein muss und dass die kleinen Kompromisse, die man dem Partner zuliebe eingeht weitaus weniger wiegen als die schönen Momente miteinander, ist der Ausdruck “Arbeit” auch gar nicht mehr so negativ behaftet. Denn letztendlich bedeutet er doch nur, dass wir etwas tun um etwas zu erhalten und wenn dieses erhaltene “Etwas” es wert ist, warum nicht?!

Ja ich will! – oder doch nicht?!

Der schönste Tag deines Lebens – im weissen Kleid und mit langer Schleppe schreitest du vor den Altar und gibst deinem Liebsten das Ja-Wort – für wirklich alle Frauen eine Traumvorstellung?

Selbst die berühmtberüchtigte Julia Roberts hat sich am Ende des Films getraut – also wird es wohl zwangsläufig darauf hinauslaufen müssen – oder?

Heiraten ja oder nein ist heutzutage ein schwieriges Thema. Ist man altmodisch, nur weil man an das Modell “Ehe” glaubt? Und was ist, wenn man es bevorzugt, keinen Bund fürs Leben einzugehen? Ist man dann unreif? Feige?

Was ist mit den Kommentaren der Männerwelt? “Hochzeiten sind für Frauen gedacht” – so heisst es – und: “Der schlaue Mann lässt sich von keiner Frau so schnell vor den Traualtar zerren”. Vermitteln Frauen wirklich dieses Bild? Sind WIR diejenigen, die auf eine Eheschliessung pochen? Sehen wir uns immer noch als “Frau von” und können es gar nicht erwarten, unseren Nachnamen abzugeben? 

Ich selbst bin – wie wohl viele andere auch – zumindest was das Heiraten an sich betrifft etwas zwiegespalten. Die Ehe hat in meinen Augen eine grosse Bedeutung und vermutlich auch einen grossen Wert für die Gesellschaft. Stabilität, Familienzugehörigkeit, Ernsthaftigkeit – Werte, die in unserer Welt meist zu kurz kommen, leben durch sie wieder auf. Man unternimmt zumindest den Versuch, ein Leben lang mit ein- und derselben Person zu verbringen.

Dass die Realität etwas anders aussieht, wissen wir alle. Scheidungsraten, Seitensprünge, die abnehmende Kooperationsbereitschaft von Mann UND Frau – alles Gründe, die eher gegen den Bund für die Ewigkeit sprechen. Ich habe als Kind niemals Hochzeit gespielt, habe nie vom Heiraten geträumt, nie heimlich Brautkleider anprobiert oder meinem Partner gegenüber entsprechende Anspielungen gemacht. Im Gegenteil. Bin ich deswegen feige oder unreif? Vielleicht! Aber ich habe das selbe Recht dazu unreif zu sein, wie jeder Mann auch. Heiraten ist definitiv KEINE “Frauensache”, sondern für Paare (welchen Geschlechts auch immer) gedacht, die so mutig sind einander zu versprechen, dass sie sich nichts schöneres vorstellen können, als ein gemeinsames FÜR IMMER.